Gentechnik Nachrichten

26.01.2012

EU-Zulassungsverfahren: Kommissions-Vorschlag ungenügend

EU-Fahne Die EU ist für die Zulassung von gentechnisch veränderten Organismen zuständig. (Foto:Informationsdienst Gentechnik)

Das EU-Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen muss dringend überarbeitet werden. Nun hat sich die EU-Kommission des Problems angenommen und neue Vorschriften für die Risikobewertung von Gentech-Pflanzen vorgeschlagen. Verbindliche EU-Standards sind bisher nicht gegeben. Vorgeschrieben ist lediglich die Prüfung durch die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA), die die Pflanzen jedoch stets als sicher bewertet. Im Anschluss sind die EU-Mitgliedsstaaten sich meist uneinig über die Zulassung, woraufhin die EU-Kommission im Alleingang entscheiden darf. In der Regel folgt sie der Meinung der EFSA und lässt die Pflanzen für den EU-Markt zu. Diesen für EU-Bürgerinnen und -Bürger wenig durchsichtigen Prozess beobachtet der Verein Testbiotech sehr ausführlich. Er hat auch das 72 Seiten starke Dokument der EU-Kommission begutachtet und kritisiert die vorgeschlagenen Regelungen als unzureichend. So fehlen beispielsweise Langzeitstudien, die gesundheitliche Risiken gezielt untersuchen. Sogenannte Stacked Events, also Gentech-Pflanzen, in denen mehrere Genkonstrukte kombiniert sind, müssen gesondert getestet werden. Außerdem fordert Testbiotech, auch ethische und soziale Auswirkungen bei der Zulassung zu berücksichtigen und ruft die Industrie auf, sich an einer umfänglichen Zulassungsprüfung, die eine Gefährdung von Mensch und Umwelt ausschließt, finanziell zu beteiligen.

Aus den Regionen

17.01.2012

Skulpt(o)ur auf dem Weg nach Berlin

Die Skulpt(o)ur von München nach Berlin Die Skulptur wurde am Samstag in München enthüllt und fährt über Kassel, Hannover, Braunschweig nach Berlin, um dort am 21. Januar vor dem Kanzleramt präsentiert zu werden. Foto: Bigi Möhrle/ www.wir-haben-es-satt.de

Der Countdown läuft! Am Samstag in Berlin heißt es wieder "Wir haben es satt!", wenn Tausende gegen die Agrapolitik der Bundesregierung demonstrieren, während Politik und Agrarlobby sich bei der Grünen Woche feiern.
Um möglichst viele Menschen für die Demonstration zu mobilisieren, hat sich nun eine vier Tonnen schwere Skulptur auf den Weg gemacht. Initiator ist der Künstler und Biobauer Stephan Kreppold, der die industrielle Landwirtschaft satt hat. Aber auch Verbraucherinnen und Verbraucher nimmt Kreppold in die Plicht: Die Gabel seines Kunstwerkes soll auf die Verantwortung des Einkaufverhaltens aufmerksam machen. Bis Freitag ist die Skulptur noch in Norddeutschland (Kassel, Hannover, Braunschweig) unterwegs und soll am Samstag vor dem Kanzleramt enthüllt werden

Aktionen

Offener Brief gegen Patentierung von Pflanzen, Tieren und Saatgtut

No Patents on Seeds fordert eine Überarbeitung des Europäischen Patentrechtes und klare Verbote der Patentierung von Züchtungsverfahren, Pflanzen und Tieren und von Lebensmitteln, die aus diesen gewonnen werden. Unterzeichnen auch Sie!  Offener Brief

„Verantwortungsbewusste Soja“ – ein Fall von Verbrauchertäuschung

Gentechnisch veränderte Soja soll uns zukünftig als „verantwortungsbewusst“ untergejubelt werden. Dahinter steckt der sogenannte „Runde Tisch für verantwortungsbewusste Soja“ (oder Round Table on Responsible Soy, RTRS), ein Zusammenschluss hauptsächlich von Unternehmen, die am Wachstum des Sojamarktes ein ureigenes Interesse haben. Zum ersten Mal wird dann eine Gentech-Pflanze mit dem Prädikat „verantwortbewusst“ versehen.
Schreiben Sie an die großen Europäischen Supermarktketten und protestieren Sie gegen das „greenwashing“ der Gentech-Soja!
Online-Aktion unter:  www.regenwald.org
Video zum Thema:  YouTube

Neuerscheinung

GID: Hunger

„Gentechnik kann den Hunger bekämpfen“ - das ist so etwas wie ein universelles Standardargument in der Debatte um den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen. In Verbindung mit Hinweisen auf die wachsende Weltbevölkerung und den Klimawandel wird es zum Totschlagargument.

  GID: 209 - Dezember 2011

In seinem Buch FOOD Crash macht der international angesehene Fachmann für Ökolandbau, Felix zu Löwenstein, verständlich, dass eine industrielle Landwirtschaft, die auf der Übernutzung von Ressourcen aufbaut, kein Weg zur Lösung, sondern eine Sackgasse ist. Und dass nicht die mangelnde Produktionssteigerung, sondern der verschwenderische Umgang mit Lebensmitteln, die Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen sowie mangelnde Gerechtigkeit zum Zusammenbruch des globalen Ernährungssystems führen.
 Felix zu Löwenstein: Food Crash, September 2011

Die Agro-Gentechnik zwischen Gen-Verschmutzung und Gentechnikfreiheit

Das Buch von Josef Hoppichler beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklung des globalen Anbaus gentechnisch veränderter Organismen (GVO). Es analysiert die wichtigsten Entwicklungstendenzen und Problembereiche der Agro-Gentechnik sowie die unterschiedlichen politischen Reaktionen, differenziert nach Ländern und geografischen Regionen: Nordamerika (USA und Kanada), Südamerika (Argentinien und Brasilien), Asien (Japan, Indien, China), Australien und Europa (EU, Schweiz, gentechnikfreie Regionen).

 Berggebiete: Die Agro-Gentechnik zwischen Gen-Verschmutzung und Gentechnikfreiheit , Wien 2010

Neu in der Bibliothek

EU-Verordnung über nicht zugelassene GVO in Futtermitteln

Importe von Futtermitteln dürfen ab dem 04.08.2011 bis maximal 0,1% nicht zugelassene gentechnisch veränderte Organismen enthalten, wenn der Organismus in einem Drittstaat zugelassen ist, der Antrag in der EU bereits seit drei Monaten läuft und die EU-Behörden über eine spezifische quantitative Nachweismethode verfügen. Sorten, deren Zulassung in der EU ausgelaufen sind, fallen auch unter die neue Regelung.

 EU-Amtsblatt: Verordnung (EU) Nr. 619/2011 der Kommission

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"Wir unterstützen den Infodienst: weil Natur und Umwelt vor den schädlichen Auswirkungen der Agrogentechnik auf die biologische Vielfalt geschützt werden müssen."

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Dossier aktuell

No GMO in Africa

Organisationen fordern die Unterstützung einer ökologischen Landwirtschaft in Afrika und wehren sich die Einführung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln.
Organisationen, die den Aufruf unterstützen möchten, finden hier weitere Informationen:
 Aufruf

+++++ Neue Datenbank +++++

Alle wichtigen Informationen über gentechnisch veränderte Pflanzen, die in der EU zugelassen bzw. deren Zulassung beantragt sind, finden Sie in der neuen Datenbank von Testbiotech:
 PlantGeneRisk

Keine Entlassung der Forscherin Van Dyck!

Anfang Juni hat die Katholische Universität Leuven die Forscherin Barbara Van Dyck entlassen, weil sie sich öffentlich mit Aktionen des Field Liberation Movements (FLM) solidarisch erklärt hat, die im Zusammenhang mit einer Aktion gegen ein genetisch modifiziertes Kartoffelfeld in Wetteren in Belgien am Sonntag 29. Mai stehen.
 Akademiker weltweit sind aufgerufen, dieser Entlassung entgegenzustehen und diesen offenen Brief zu unterzeichnen.
 Interview mit der Forscherin beim GID

Kritik an DFG-Broschüre ‚Grüne Gentechnik‘

Die DFG-Broschüre ‚Grüne Gentechnik‘ genügt ihrem eigenen Anspruch nicht – Diskussionsbeitrag
 Environmental Sciences Europe

Video-Tipp

Indien: Sackgasse Gentechnologie

„Heutzutage sucht die ganze Welt nach Saatgut, das Trockenheit übersteht, tragischerweise sieht keiner das, was wir schon haben: Traditionelles Saatgut, das von Bauern über Jahrtausende entwickelt wurde.“
 Video unter planet-schule.de

Flyer - Gute Gründe gegen Gentechnik

Unsere Flyer zeigt Ihnen die wichtigsten Gründe gegen Gentechnik auf einen Blick: Ideal, um ihn im Bekanntenkreis, in Schulen o.ä. zu verteilen. 

 Spenden Sie hier!
 Bestellen Sie den Flyer hier
 Das PDF bekommen Sie hier
 Die Guten Gründe online

Infodienst-Material

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Medien

Kluge Pflanzen - Blattgeflüster

Diese Doku zeigt, wie Pflanzen miteinander komunizieren und in der Lage sind helfende Insekten zu rufen, um Umliebsamen zu vertreiben. Der Autor kritisiert die kommerzielle Maiszucht der Konzerne, welche diese natürlichen Eigenschaften völlig vernachlässigt haben.
 youtube.com

Film-Tipp: Reverdecer

Der Film zeigt anhand von verschiedenen Orten des Anbaus von Gentechnik-Soja in Argentinien und Paraguay die schlimme Ausbeutung von Ressourcen und ihre sozialen Auswirkungen in den Regionen. Die Film-DVD gibt es auf spanisch mit deutschen Untertiteln. Bestellungen unter:  info.workshops.lat@gmail.com

 Reverdecer, Argentina, 2007

Revolverheld gegen Gen-Milch

Warum Gen-Milch uncool ist! Ein Film von Greenpeace mit den Revolverhelden.
 Youtube

Vielfalt ernährt die Welt

Eine Reportage zur großen Kundgebung in Ulm mit Annette Schavan, Hans Herren u.a.
 Cine Rebelde

Monsanto - Mit Gift und Genen

Marie Monique Robins Dokumentation über die rücksichtslose Unternehmenspolitik Monsantos:
 google.video

Werner Müller: Heimspiel der Industrie

Hier gibt es einen Mitschnitt eines Vortrages von Werner Müller über die europäische Zulassungspraxis von Gentech-Pflanzen.
 Mitschnitt vom Werner-Müller-Vortrag

Genetic Engineering in Hawai'i

Die englische Reportage beschreibt die Gefahren des Gentechnik-Anbaus für die kleinen Inseln von Hawaii.
 youtube.com

Animation zu Gentechnik in der Landwirtschaft

Eine Zusammenfassung zum Thema Agro-Gentechnik von Greenpeace Schweiz.
 youtube.com

Reportage: Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

In Deutschland werden gentechnikfreie Regionen von Landwirten gegründet, die sich gegenseitig verpflichten ohne Gentechnik zu arbeiten. Ein Kurzbericht dazu aus Brandenburg.
 eed.de

Film: "The Future of Food"

Der Dokumentar-Film beschreibt, wie der Saatgut-Hersteller Monsanto Lebensmittel manipuliert und die weltweite Kontrolle über Nahrungsmittel anstrebt.
 Ökofilm

Interview zum Infodienst

Über die Entstehungsgeschichte des Infodienstes, unsere Arbeit und die Aktionen, die wir unterstützen hören Sie das Interview auf
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